Der Kommandant

Das Wallis: Ein sicherer Kanton

Christian Varone – Kommandant der Kantonspolizei Wallis

Seit Menschengedenken ist die Sicherheit ein wichtiges Anliegen unserer Gesellschaft. Es vergeht keine Woche, ohne dass sie von einer immer grösseren Anzahl von Spezialisten oder Pseudoexperten kommentiert, zerlegt und analysiert wird. Im Zeitalter der Medien hat sich dieses Phänomen noch verstärkt. In diesem Zusammenhang ist es daher immer schwieriger geworden, klar zu sehen und objektiv zu sprechen. Es liegt daher in der Verantwortung der eigentlichen Sicherheitskateure im Gelände, ein wahrheitsgetreues Bild über die Fakten zu vermitteln. Sicherheit ist mit dem nötigen Abstand und unvoreingenommen zu bewerten. Die Realität muss so betrachtet werden, wie sie ist und nicht so, wie man sie sich wünscht.
Obwohl Winston Churchill zu sagen pflegte, dass die besten Statistiken diejenigen sind, die leicht manipuliert werden können, so sind sie immer noch eine zuverlässige Bewertungsquelle, wenn sie richtig geführt werden.

Aus den Walliser Zahlen für 2017 kann man schließen, dass das vergangene Jahr in Sachen Sicherheit besonders gut war. Die Zahl der Straftaten ging weiter zurück, wobei die Zahl der Verbrechen und Vergehen je 1’000 Einwohner deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt lag.

Straftaten StGB auf 1’000 Einwohner

Historischer Tiefstand der Anzahl Straftaten

Verstöße gegen das Strafgesetzbuch verzeichneten den stärksten Rückgang – 33 % seit 2012. In 6 Jahren sind auch die Einbruchdiebstähle um 54% zurückgegangen. Die Bundesstatistik zeigt, dass die Aufklärungsraten im Bereich der strafbaren Handlungen gegen Leib und Leben oder die sexuelle Integrität nach wie vor sehr hoch sind

Entwicklung der Straftaten

Auch im Hinbli ck auf die Verkehrssicherheit können die Ergebnisse als gut bezeichnet werden. Die Zahl der Opfer und Unfälle bleibt trotz eines starken Anstiegs der zugelassenen Fahrzeuge stabil. Deshalb können wir heute sagen, dass das Wallis ein sicherer Kanton ist, in dem es sich gut leben lässt. Diese Resultate fallen jedoch nicht vom Himmel. Sie sind das Ergebnis der wichtigen Präventions-, Interventions- und Ermittlungsarbeit, die die Polizisten dieses Kantons vor Ort leisten. Dafür sei ihnen gedankt.

Sollten wir angesichts dieser eher positiven Feststellung zu dem Schluss kommen, dass alles in der besten aller Welten gut ist? Keinesfalls. Auch wenn das Sicherheitsniveau gut bleibt, müssen wir eine Verhärtung der Kriminalität in unserer Gesellschaft feststellen. Grundlose Gewalt ist ein sehr reales Phänomen. Handlungen ohne erkennbare Motive werden immer häufiger. Auch häusliche Gewalt nimmt zu. Es treten immer andere Formen der Kriminalität auf. Insbesondere Internet-Betrügereien nehmen zu. Sie haben katastrophale finanzielle Folgen für alle, die ihnen zum Opfer fallen. Untersuchungen in diesem Bereich sind besonders schwierig, da sich der Gerichtsstand oft im Ausland befindet. Die durch diese Art von Straftaten verursachten Schäden können in Zukunft nur durch eine umfangreiche Sensibilisierungs- und Präventionsarbeit in der Bevölkerung begrenzt werden. Wir werden uns darum bemühen. Die kürzliche Verstärkung unserer Einheit Kommunikation und Prävention sowie unserer Abteilung Wirtschaftsdelikte geht in diese Richtung.

Die Bewältigung dieser neuen Herausforderungen erfordert in Zukunft ein noch professionelleres Vorgehen und einen ständigen Einsatz im Kampf gegen die Kriminalität, wo immer sie auftritt. Das bedeutet, dass wir uns weiter an die sich ändernden Bedingungen anpassen müssen. Für die Kantonspolizei bleibt somit die Pflicht, sich selbst in Frage zu stellen, die Regel.

Dank der kürzlichen Änderung unserer Einsatzpläne und die Verstärkung unseres Nachrichtendienstes konnten wir sehr schnell die Früchte unserer Bemühungen ernten. Es geht darum, in dieser Richtung weiterzumachen. Niemals aufgeben. Dies ist das Motto, das sich jeder Polizist und jedes Mitglied des Korps in Zukunft aneignen kann.

Es symbolisiert unseren Auftrag, die Sicherheit der Walliserinnen und Walliser sowie der gesamten Bevölkerung in unserem schönen Kanton jederzeit zu gewährleisten.

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