Die Aufgaben der Kantonspolizei sind besonders vielfältig. Die Kommission für öffentliche Sicherheit des Grossrats, geführt durch ihre Präsidentin Frau Géraldine Arlettaz-Monnet, besuchte unser Korps, um mehr zum Thema Sicherheit zu erfahren. Die Mitglieder der Kommission wurden vom Kommandanten der Kantonspolizei empfangen. Er orientierte die Besucher über die Cyberkriminalität und das Projekt der gemeinsamen Einsatzzentrale 112-117-118-144.

Die Cyberkriminalität …

Dieses Phänomen beschäftigt die Kantonspolizei besonders. Als im Dezember 2019 der Aufbruch eines Geldautomaten in Leytron für Schlagzeilen sorgte und dort die Beute mit rund CHF 2’000.00 eher spärlich ausfiel, wurde beinahe zur selben Zeit bei einem Internetbetrug zum Nachteil von vier Personen eine Schadensumme von CHF 835’000.00 erzielt.

Die Kantonspolizei Wallis kann sich auf ein innovatives Computerprogramm stützen, welches die Koordination und Analyse von angezeigten Fällen im Bereich der Internetkriminalität ermöglicht. Dieses Programm – mit dem Namen «Hackinator» – wurde in der Freizeit von zwei Inspektoren der Abteilung Nachrichten, Analyse und Dokumentation der Kantonspolizei entwickelt. Einer der beiden Entwickler stellte dieses Programm der Kommission näher vor. Die Software ermöglicht den Agenten, den zu bearbeitenden Fall effizienter zu analysieren. Mit anderen Worten: Wenn ein Geschädigter beispielsweise eine Anzeige über einen Verlust von CHF 100.00 einreicht, müsste die Täterschaft faktisch nur für dieses Delikt haften. Mit diesem Programm kann aufgrund hergestellter Verbindungen der tatsächliche Umfang und weitere Zusammenhänge ermittelt werden. So können mehrere Delikte im Betrag von mehreren Tausend Franken aufgeklärt werden.

Eine weitere Software – «PICSEL» genannt – vereint Fälle von Cybercrime aus den französischsprachigen Kantonen sowie den Kantonen Aargau, Bern und Tessin. Das Programm verstärkt den Aspekt der Koordinierung von Fällen, welche bei der Polizei gemeldet werden.

Der Chef der Kriminalpolizei, Oberstleutnant Pierre-Antoine Lengen, betonte die Bedeutung dieser Einheit im Rahmen der Kriminalitätsbekämpfung. Die Zusammensetzung aus Mitarbeitenden der Kantonspolizei und Spezialisten der Kriminalwissenschaft und /-Technik bringen hervorragende Ergebnisse zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger hervor.

Der Chef der Gruppe für digitale Ermittlungen, Chefinspektor Xavier Allet, erläuterte die tägliche Arbeit seines Teams. Dies umfasst die Auswertung von Daten aus Mobiltelefonen, Computern, USB-Sticks und anderen Geräten. Er sensibilisierte die Kommission auch auf die emotionalen Auswirkungen, welche Untersuchung im Bereich der Kinderpornographie nach sich ziehen können.

Ein wichtiges Projekt, für die Sicherheit aller!

Der Kommandant informierte die Kommissionsmitglieder anschliessend über die Planung der neuen gemeinsamen Einsatzzentrale, welche die Notrufnummern 112-117-118 und 144 vereint. Dieses Projekt ist schon seit Anfang der 90er Jahre ein Thema. Das Szenario eines starken Erdbebens im Wallis verlangt als Beispiel nach einer derartigen Zentrale. Die Effizienzsteigerung und Gewinnung von Ressourcen ist dabei unbestritten. Vor 30 Jahren herrschte noch eine gewisse Skepsis. Heute wünschen sich alle Abteilungsleiter, welche an diesem Projekt arbeiten, die rasche Umsetzung des Projekts.

Das Treffen endete mit einem Besuch der Einsatzzentrale der Kantonspolizei, welche durch den Chef Planung, Oberstleutnant Grégoire Epiney, geführt wurde. Eine Zahl überraschte unsere Besucher: Die Einsatzzentrale bearbeitet täglich ungefähr 820 Anrufe. Die Zentrale 144 ist mit durchschnittlich 630 Anrufen pro Tag auch stark frequentiert.

Stève Léger
Kantonspolizei Wallis - Kommunikation und Prävention - Mitglied der Redaktion

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