Im Gespräch mit Wachtmeister Frédéric Clémenz von der Abteilung Verkehr.

Mit welcher Dienststelle arbeitet die Kantonspolizei bei einem Spezialtransport zusammen?

Bei Spezialtransporten arbeiten wir sehr eng mit der Sektion für Ausnahmetransporte der Dienststelle für Mobilität (DFM) zusammen.

Transport spécial à Sierre

Seit dem 1. April 2020 führt die Kantonspolizei keine Transportbegleitungen mehr durch. Wer übernimmt jetzt diese Arbeit?

Inzwischen werden diese Transporte auch an private Ausnahmetransportbegleiter (kurz ATB) ausgelagert. Diese Personen werden in Zusammenarbeit mit dem ASTRA spezifisch ausgebildet. Der Kurs wird mit einer theoretischen und praktischen Prüfung abgeschlossen. Die Absolventen können anschliessend in der ganzen Schweiz Ausnahmetransporte begleiten. In der Romandie werden diese Kurse von der Kantonspolizei Freiburg und in der Deutschschweiz von der Kantonspolizei Zürich durchgeführt.

Wie verläuft eine solche Transportbegleitung?

Konkret reicht das Transportunternehmen über die Internetplattform des ASTRA (Bundesamt für Strassen) ein Gesuch ein. Betrifft ein solches Gesuch unseren Kanton, wird es an die Dienstelle für Mobilität weitergeleitet, welche eine entsprechende Bewilligung erteilt.

Schliesslich ist der Ausnahmetransportbegleiter (ATB) dazu verpflichtet, sich 30 Minuten vor Abfahrt des Konvois oder bei seiner Ankunft auf dem Kantonsgebiet mit der Kantonspolizei Wallis in Verbindung zu setzen. Damit soll sichergestellt werden, dass die festgelegte Route frei von irgendwelchen Hindernissen wie z. B. einem Verkehrsunfall ist.   

Die Ausnahme – bei welcher die Kantonspolizei zum Einsatz kommt – ist, wenn sich aufgrund der Abmessungen und des Gewichts des Konvois besondere Massnahmen (z. B. Strassensperrung) aufdrängen. Drängt sich eine polizeiliche Transportbegleitung auf, so sind dafür primär die Agenten der technischen Gruppe der Abteilung Verkehr zuständig. Diese Anfragen müssen jedoch mindestens 24 Stunden im Voraus eingereicht werden, da dies allenfalls Änderungen bezüglich Arbeitszeiten zur Folge haben könnte. Eine besondere Koordination ist notwendig, wenn der Transport über unsere Kantonsgrenzen hinaus stattfindet.  

Welches sind die Herausforderungen bei diesen Aufgaben?

Die Zeitplanung richtet sich jeweils nach der Verkehrsdichte. Bei Fahrten auf Bergstrecken müssen Überholmöglichkeiten berücksichtigt werden. Zudem sind Kenntnisse der entsprechenden Strassenabschnitte notwendig, um ein allfälliges Blockieren des Konvois zu verhindern. In gewissen Fällen ist, aufgrund der Abmessungen des Transportes, auch das Abmontieren von Verkehrsschildern notwendig.

Hast du dazu eine besondere Anekdote?

Wenn du auf der «Route de la Forclaz», bei der Passüberquerung einen 5.60 m breiten Ausnahmetransport, bei einer Strassenbreite von 7.00 m begleitest und dir plötzlich vier Reisecars gegenüberstehen, welche anschliessend mehr als 100 m rückwärtsfahren müssen … Und ebenfalls am Forclaz … als ein 216 Tonnen schwerer Konvoi auf der vereisten Strasse ins Schleudern geriet … Das waren schon Augenblicke, welche in Erinnerung bleiben.

Stéphane Vouardoux
Kantonspolizei Wallis - Kommunikation und Prävention - Mitglied der Redaktion

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here