Riedbergtunnel

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Die Amtsleitung und damit die Gesamtverantwortung für das Projekt A9 untersteht seit 2013 Martin Hutter vom Amt für Nationalstrassen (ANSB).

Martin Hutter est à la tête de l’office de construction des routes nationales (OCRN) et assume donc la responsabilité de ce projet A9.

Interview

Martin Hutter

Was waren die persönlichen Motivationsgründe diesen komplexen Job anzunehmen?

Zwischen Siders und Brig verläuft die Autobahn A9 rund 50% unter Tage. Gleichzeitig haben wir eine hohe Dichte von Zu- und Abfahrten auf die Autobahn A9 wie nirgends in der Schweiz. Dies erfordert unterschiedliche Bauwerke und unterschiedliche Schnittstellen bei diesem Grossprojekt. Die Breite und Komplexität der einzelnen Bauwerke ist sehr herausfordernd. Diese reicht von der Ausführung von Strassenbauwerken bis hin zu Tunnelbaulosen. Nicht zu vergessen sind die einzelnen Kunstbauten wie Brücken oder Unterführungen. Die verschiedenen Baumethoden, die Komplexität der einzelnen Projekte sowie das Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Projektbeteiligten sind eine spannende Herausforderung und etwas Einmaliges. Zudem ist man als Vertreter des Bauherrn privilegiert, die verschiedenen Bauwerke zu realisieren und entsprechend Verantwortung zu übernehmen.

Wie gestaltet sich der Arbeitstag des Amtschefs der A9?

Vor der Ankunft im Büro trinke ich einen Kaffee und verschaffe mir einen Überblick über den Tag. Da ich früh aufstehe, bin ich relativ früh im Büro und kann so ungestört die ersten E-Mails beantworten und erste Entscheidungen treffen, die im Arbeitsalltag umgesetzt werden. Andere wichtige Themen, werden im Laufe des Tages weiter bearbeitet. Zudem habe ich Kontakt zu meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den verschiedenen Fachbereichen, bespreche Sachfragen mit verschiedenen Gesprächspartnern und treffe notwendige Entscheidungen oder stehe für Rückfragen zur Verfügung. Nachmittags arbeite ich weiter an den verschiedenen Geschäften und bereite mich auf die anstehenden Sitzungen oder Präsentationen vor. Eigentlich ein ganz normaler Beruf, ausser dass man dabei eine Autobahn bauen darf.

Worin bestehen die täglichen Herausforderungen?

Die Vielfalt der verschiedenen Bauwerke mit ihren unterschiedlichen Bauweisen stellt eine grosse Herausforderung für alle Projektbeteiligten dar. Ich finde es immer wieder spannend, wie verschiedene Spezialarbeiten, z.B. Anker-, Spundwand-, Jetting-, und Schlitzwandarbeiten auf einer Baustelle zur Ausführung kommen und technische Fragen geklärt werden müssen. Meinerseits nehme ich viele unterschiedliche Termine vor Ort wahr, das können z.B. Baustellenbesuche, Sitzungen oder Präsentationen zur Netzvollendung der Autobahn A9 sein. Die Lektüre von Briefen und Akten ist Pflicht. Als Vertreter des Bauherrn und Chef des Amtes für Nationalstrassenbau ist es für mich wichtig, ein kompetenter und verlässlicher Ansprechpartner für alle zu sein.

Wie gehen Sie persönlich mit der Kritik an der Realisierung der A9 um?

Ein Grossprojekt wie der Bau Autobahn A9 steht im Fokus der Öffentlichkeit und wird mit Steuergelder finanziert. Da versteht es sich von selbst, dass Entscheidungen und die Arbeit kritisch hinterfragt werden. Jedoch sollte die Kritik sachlich formuliert und objektiv sein. Persönlich finde ich es wichtig, dass die Arbeit aller Beteiligten hinter diesem Grossprojekt Netzvollendung A9 aufgrund dessen Wichtigkeit respektiert wird. Die Projektbeteiligten arbeiten alle daran, ein Gesamtwerk zu bauen und nicht nur einzelne Teile davon. Wir haben die einmalige Chance, mit diesem Projekt unsere Zukunft mitzugestalten und hier vor Ort zu investieren. Kritik oder zu verbessernde Punkte sind nicht immer einfach zu akzeptieren, jedoch besteht so die Möglichkeit davon zu profitieren, Erfahrungen zu sammeln, sich zu verbessern und weiterzuentwickeln.

Was sind die Erfahrungen Ihrer bisherigen Amtszeit?

Die Arbeiten können nur gemeinsam realisiert werden. Dies bedingt einen grossen Einsatz aller Mitarbeitenden und Projektbeteiligten. Zudem unterstützen uns die Verantwortlichen des Departements für Mobilität, Raumentwicklung und Umwelt (DMRU) sowie des Bundesamtes für Strassen (ASTRA). Persönlich verspüre ich immer wieder den Rückhalt seitens der Bevölkerung sowie der politischen Vertreter. Dies ist besonders in anspruchsvollen Momenten sehr wertvoll. Wichtig ist es, die verschiedenen Interessen unter einen Hut zu bringen und gemeinsam am gleichen Strick in die gleiche Richtung zu ziehen.

Was sind die persönlichen Interessen ausserhalb von Beton, Baucontainern und Gummistiefeln?

Da mir meine Arbeit Freude bereitet und zugleich Engagement erfordert sind meine persönlichen Interessen sehr stark damit verbunden und nehmen einen Grossteil meiner Zeit in Anspruch. Jedoch freue ich mich auf ein gutes Essen mit der Familie oder mit Freunden. Gerne benutze ich auch verschiedene Freizeitangebote in der Region oder mache einfach mal nichts.

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