Christine Oguey, Lawinenhundeführerin

Christine Oguey wohnt in Monthey. Sie ist schüchtern, leidenschaftliche Berggängerin, liebt Natur und Sport. In zwei Wörter, Christine ist die « stille Kraft » welche das Leben, die Menschen und … ihren Hund liebt!
Christine Oguey – Lawinenhundeführerin

Kannst du uns kurz diene Laufbahn bei der regionale Rettungsgruppe und als Hundeführerin beschreiben?

Ich bin Mitglied der Regionalrettungsgruppe seit 2004-2005, wo ich als Retter B (schwieriges Gelände, alpine Technik) tätig bin. Ehemalige Samariterleiterin, bin ich jetzt verantwortlich für die Samariterausbildung „First Reponders“ und für andere Mitglieder unseres regionalen Konzepts.  

2014 nahm ich einen Hund und beschloss, in die Fussstapfen meines Mannes zu treten, welcher 15 Jahre lang Lawinenhundeführer war und dabei ein Menscheneben retten konnte. So haben mein Hund und ich die notwendigen Einstufungstests (kynologisch für den Hund und körperlich für den Hundeführer) bestanden, damit wir eine Trainingswoche absolvieren konnten, bei welcher am Schluss, wenn alles gut lief, das Team zertifiziert wurde. Leider verletzte sich mein Hund Anfangs dieser Woche und wir mussten bis zum nachfolgenden Jahr, um einsatzbereit zu sein, warten. Im Januar 2018 wurde ich als Lawinenhundeführerin und im September 2018 als Oberflächenhundeführerin (Personensuche) mit Choulou, meinen 4-jährigen australischen Collie/Schäferhund fürs KWRO (Kantonale Walliser Rettungsorganisation), zertifiziert. Wir sind ebenfalls für Gletscherspaltenrettungen ausgebildet.

Wie heisst dein Hund? Welche Bedeutung ihn so genannt zu haben?

Im Grunde genommen ist der Name meines Hundes Chulu (sprich das U in OU aus), aber es ist einfacher, es direkt zu schreiben, Choulou, um die richtige Aussprache zu bekommen. Der Name stammt von einem Gipfel in Nepal in der Region Annapurna, dem Chulu Far East (6160m), welcher mein Mann, zwei Freunde und ich 2013 bestiegen haben. Es ist ein Symbol für meinen Mann und mich, nachdem wir einen Grossteil der höchsten Gipfel der Alpen bestiegen hatten und den Himalaya entdeckten. Als wir 2014 beschlossen, einen Hund zu nehmen, war es für uns selbstverständlich, ihn nach unserem ersten nepalesischen Gipfel zu benennen.

Chulu – Lawinenhund

Die Wintersaison hat begonnen. Wie bereites du dich und dein Hund auf den Winter vor?

Wir profitieren von einem Sommertraining im Freien (ein Training pro Woche) auf verschiedenen Geländen.

Für beide ist es wichtig, einen hohen Rhythmus und in guter körperlicher Verfassung zu sein, um den Winter zu überstehen. Um diese zu erhalten laufe ich oft, fahre Mountainbike, wandere in den Bergen und dies immer in Begleitung meines Hundes.  Sobald der Schnee da ist, bin ich so oft als möglich auf den Ski. Es ist auch gut, dass sich Hunde an die Kälte gewöhnen, denn die Wartezeiten im Schnee sind für sie bei Trainingseinheiten welche bei jeder Witterung stattfinden, lang. Somit ist es wichtig, dass er in der Umgangssprache „seine Pfoten macht“, d.h. dass er im Schnee trabt, damit sich seine Pfoten verhärten und nicht knacken können. Zu Beginn des Winters oder wenn es sehr kalt ist, streiche ich seine Beine mit spezieller Creme ein, um sie einzufetten und zu schützen, so wie ich es manchmal für…. meine Füße tue.

Schließlich schneide ich das Haar zwischen den Pfoten leicht ab, um zu verhindern, dass der Schnee oder das Eis daran kleben bleibt welche ihm beim Fortdrängen behindern könnte.

Heute sind wir für die Wintersaison einsatzbereit.

Wie sind die Pikettdienste organisiert und in welcher Weise wird interveniert?

Man hat zwischen 4 und 5 Wochen Pikettdienste pro Winter.

Sie umfassen 4 Teams (Hundeführer und Tier) pro Woche, aber dies kann je nach Anzahl der Einsatzteams variieren.

Im Falle eines Lawinenniederganges werden die Pikettteams vom 144 alarmiert, welche innerhalb weniger Minuten intervenieren können. Der Helikopter holt sie vor Ort ab.

Chulu – Lawinenhund

Eine kleine Geschichte mit ihrem Lawinenhund?

Ich werde ihnen von zwei Stück erzählen.

Wir wurden für einen Lawinenniedergang aufgerufen. Im slben Helikopter waren vier Teams (Führer und Hund). Nachdem der Pilot einige Minuten in der Luft warten musste, bis der Standort sicher war, musste er das Fenster öffnen, um FRISCHE Luft zu schnappen …..

Die zweite Anekdote war ein wunderbares Treffen im Oktober. Während eines Zwischenstopps in einer Hütte in der Region, näherte sich eine junge Frau, Choulou, um ihn zu streicheln. Wir unterhielten uns einen Moment. Dabei erfuhr ich von ihr, dass sie ein Opfer einer Lawine war und wie durch ein Wunder diese überlebt hatte.

Vor zwanzig Jahren wurde sie unter einer Lawine begraben und von einem heldenhaften Lawinenhund gerettet. Sie ist immer in Kontakt mit dem Hundeführer, ihrem Retter.

Ein großer Moment voller Emotionen für jeden Retter. Diese Momente sind von unschätzbarem Wert und ich kann die Interessierten nur ermutigen, dieses Gebiet der Hunderettung zu entdecken.


Dieser Artikel ist Teil des Dossiers Sicherheit im Winter

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