Die Polizisten der Kantonspolizei Wallis setzen sich täglich für Ordnung, Ruhe und öffentliche Sicherheit ein. Im Dienste der Walliser Bevölkerung sorgen sie für den Schutz von Menschen und deren Eigentum. Von ihren Schreibtischen und Dienstwagen aus blicken sie in den Himmel. Ihr Spielplatz; wenn sie ihre Uniformen und ihre Ausweise zur Seite legen. Ja, diese Mitarbeiter der Kantonspolizei… fliegen! Im Flugzeug, im Helikopter oder mit dem Gleitschirm verbringen sie ihre Freizeit.

Benjamin Buergi

Benjamin Buergi

Benjamin Buergi, der seit jeher mit grosser Leidenschaft Flugzeug-Pilot ist, schaut immer nach oben, wenn er eine Maschine aus der Ferne hört. Am Fliegen schätzt der Korporal der Mobilen Einheit besonders die Alpenflüge, welche die Landschaften je nach Jahreszeit in ein neues Bild verwandeln. Benjamin erklärt, dass er auch die Flüge von den Alpen zum Mittelmeer in grosser Reiseflughöhe geniesst, um schliesslich den Meeresspiegel zu erreichen. Er weist darauf hin, dass es für ihn nach wie vor aussergewöhnlich ist, zwei Stunden nach dem Start in Sitten ein Eis auf der «Croisette» zu geniessen. Seine grösste Motivation beim Fliegen ist die Freiheit. Dies natürlich unter strenger Einhaltung der Regeln und Normen. Pilot und Vater Benjamin Buergi erzählt uns eine amüsante Geschichte: „Ich habe meine Leidenschaft für Flugzeuge an meine beiden Kinder weitergegeben. Auf einem der ersten Flüge meines 4-jährigen Sohns, schlief dieser bereits nach 5 Minuten Flugzeit ein. In der Tat, je höher du steigst, desto weniger Sauerstoff ist in der Luft vorhanden. Die Kabine steht auch nicht unter Druck, so dass Kinder rasch einschlafen. Mein Sohn wachte erst wieder auf, als wir in Sitten landeten und der Motor abgeschaltet war. Mein Sohn verstand die Welt nicht mehr und fing an zu weinen. Er dachte wohl, dass wir noch nicht einmal gestartet sind. Ich hatte ihm ja diesen Flug versprochen…  Ich zeigte ihm dann ein Foto, das ich während des Fluges gemacht hatte und versprach ihm, ihn so rasch als möglich wieder mitzunehmen.


Robert Frabetti

Robert Frabetti

Der Chef der Gruppe Jugend und Sitte im Oberwallis, Robert Frabetti ist mit dem Virus des Fliegens seit seinem 8. Lebensjahr infiziert, als er damals mit einem Pilatus-Porter der Air-Glaciers mitfliegen konnte. Der Hauptinspektor flog oft gemeinsam mit seinem Vater, welcher ebenfalls Pilot war. Er erinnert sich gerne an einen Flug, welcher von Raron aus nach Ibiza führte. Sein Vater flog das Flugzeug mit drei Jugendlichen an Bord. Später, als Robert Frabetti Gendarm war, ergriff ihn eine weitere Leidenschaft, das Gleitschirmfliegen. Anschliessend absolvierte er die Pilotenlizenz. Im Jahr 1999 widmete er quasi seine gesamten Ferien der theoretischen Ausbildung zum Berufspiloten. Hauptinspektor Frabetti hat diese Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, aber der Augenarzt des Fliegerärztlichen Instituts in Dübendorf liess diesen Wunsch platzen… Als Privatpilot hat Robert Frabetti 550 Flugstunden und mehr als 1’000 Landungen in seinem Logbuch eingetragen. Ein Ziel von Robert Frabetti ist der Flug zum Nordkap, dem nördlichsten Punkt des Kontinents, welcher rund 40 Stunden dauern würde. Wenn Robert Frabetti nicht fliegt, steuert er seine Modellflugzeuge und Hubschrauber. Zuhause sitzt er gerne an seinem Flugsimulator und steuert grosse Flugzeuge am virtuellen Himmel!

Robert Frabetti

Raphaël Henry

Raphaël Henry

Zu seinem 25. Geburtstag bekam Raphaël Henry (ziviler Mitarbeiter der Polizei) einen Tandem-Gleitschirmflug geschenkt. Im folgenden Frühjahr absolvierte er seine Fluglizenz. Inzwischen hat er über 300 Flüge hinter sich. Sein schönster Flug war derjenige mit Start vom Gletscher des Diablerets. In diesem steilen Startgelände befindet sich der Pilot rasch 1’000 Meter über dem Boden. Sein exotischster Flug: Ein Flug in Nicaragua über einem See in einem Vulkankrater, mit Blick auf die umliegende Vulkankette, begleitet von Geschrei von Affen aus dem Dschungel. Sein Flug mit der schönsten Aussicht: Start vom Jaman (oberhalb von Montreux) mit einem atemberaubenden Blick auf den Genfersee. Abends mit den Farben des Sonnenuntergangs, welcher sich auf dem See reflektiert. Seine schönste Erinnerung: „Dank des Gleitschirmfliegens habe ich 2008 während eines Aufenthaltes in Monaco meine Frau kennengelernt. Wir gründeten eine Familie und haben unserem  Kind den Namen des «Gott des Windes» gegeben!

Raphaël Henry

Sonja Walser

Inspektorin Sonja Walser, eine leidenschaftliche Tourenskifahrerin im Winter, suchte einen ähnlichen Ausgleich für den Sommer. So kam sie zum Gleitschirmfliegen. Berggipfel erreichen und in den Lüften zurück ins Tal! Ihr schönster Flug war von der Riederalp nach Bitsch, bei welchem sie von der Luft aus Wildtiere und ihren Onkel beim Heuen beobachten konnte.

Sonja Walser

Sonja Walser erzählt uns: „Was ich nie vergessen werde, ist mein erster Soloflug. Mein Fluglehrer sagte mir, dass er einen weiteren Tandemflug mit mir machen wolle. Beim Start erklärte er mir aber, dass ich bereit sei, meinen ersten Flug alleine zu machen. Er gab mir meine Ausrüstung und sprach mir Mut zu. Als er mir das sagte, blieb mein Herz  für einen Moment stehen. Aber ich fühlte mich bereit und ging allein in die Luft. Während des gesamten Fluges hoffte ich, dass die Funkverbindung zu meinem Instruktor nicht unterbrochen wird. Ohne seine Anweisungen wäre ich wahrscheinlich zu diesem Zeitpunkt verloren gewesen. Schliesslich war ich froh, dass er mir dies erst im letzten Moment erzählte, sonst hätte ich die Nacht zuvor nicht geschlafen“.

Sonja Walser

Bertrand Vuigner

Bertrand Vuigner

Besonders im Sommer benutzt Hauptmann Bertrand Vuigner seinen Gleitschirm als Transportmittel, um zu seinem Arbeitsplatz im Tal zu gelangen. Er findet dies als idealen Einstieg, den Arbeitstag zu beginnen. Ich weiss nicht, wie es euch geht, aber ich stimme ihm zu! Ein Ziel, welches er gerne erreichen möchte, ist ein Flug von Vercorin aus ins Tessin. Bertrand Vuigner, Chef der Abteilung Material und Garage, hat folgende Geschichte für uns bereit: „Ich erzähle gerne die Geschichte, welche ich vor mehr als 10 Jahren mit ein paar Kollegen der Spezialeinheit erlebt habe. Während meinen Ferien absolvierten wir einen Kurs im Zinal. Der Instruktor hatte uns eine halbe Stunde lang bei einem Kaffee einen Crashkurs zum Thema «Aerologie» erteilt. Bereits ein paar Stunden später setzte er uns ans «Steuer» eines Gleitschirms. Von der Spitze des «Corne de Sorebois» flogen wir ins Dorf. Damals hatten wir viel gelacht… heute bin ich jedoch der Meinung, dass dies ein bisschen leichtsinnig war. Das ist jedoch sicherlich der Grund dafür, weshalb wir diese Aktivität «Freiflug» nennen …“

Bertrand Vuigner

Alexandre Praz

Alexandre Praz

„Ich war schon immer von der dritten Dimension und von Maschinen, welche der Schwerkraft trotzen, fasziniert. Bereits als Kind waren meine Augen in der Luft gefangen, als ich ein Flugzeug am Himmel sah. Im Rahmen meiner Arbeit, insbesondere bei der Mobilen Einheit, haben wir regelmässig mit Rettungsfluggesellschaften zusammengearbeitet. Jedes Mal, wenn ein Hubschrauber an einer Intervention beteiligt war, hatte ich Sterne in den Augen.“ Das waren die Worte von Alexandre Praz, Adjunkt des Kommandanten, auf die Fragen, was ihn vor sechs Jahren dazu bewogen hatte, seine Helikopterbrevets zu absolvieren. Oberstleutnant Praz blieb diesem Motto während seiner Pilotenausbildung treu: „Man muss immer grosse Träume haben, um sie nicht aus den Augen zu verlieren“. Was er am Fliegen am meisten schätzt: die Freiheit, sich in allen drei Dimensionen bewegen zu können. Der Adjunkt des Kommandanten erwähnt gerne: „Eine Stunde in einem Hubschrauber entspricht zehn Sitzungen bei einem Psychiater. Der Helikopter sollte auch von den Krankenkassen zurückerstattet werden“ (lacht). 

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