Seit über 40 Jahren engagiert sich die Schweizerische Kriminalprävention (SKP) für die Verhinderung von Straftaten und für die Stärkung der interkantonalen Polizeizusammenarbeit im Bereich Prävention.

«Hätte ich doch…! Wäre ich doch…! Wenn ich das nur gewusst hätte…!» Wer kennt das nicht? Ein unbedachtes Wort, ein Fehler, eine Unachtsamkeit, die man bereut. Besonders gravierend kann dies bei Straftaten sein. Sie können ein ganzes Leben verändern, sowohl beim Opfer wie auch beim Täter. Nebst grossem persönlichen Leid, das es als Folge von Straftaten geben kann, sind diese auch eine finanzielle Belastung für die Gesellschaft. Strafverfahren, Strafvollzug, aber auch zum Beispiel Spitalaufenthalte und Erwerbsausfälle verursachen Kosten. Am besten verhindert man bereits im vornherein, dass Bürgerinnen und Bürger Opfer oder Täterin/Täter werden. Vorbeugen ist besser und günstiger als heilen, das war schon immer klar. Lange engagierte sich jedes Korps eigenständig in der Prävention. Vor vierzig Jahren entschied man sich dann, eine Stelle für alle zu schaffen, Kompetenzen zu bündeln, Synergien zu nutzen und allen Bürgerinnen und Bürger dieselben Präventionsbotschaften zur Verfügung zu stellen. So entstand die interkantonale Fachstelle «Schweizerische Kriminalprävention» (SKP) der kantonalen Konferenz der Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJDP). Die SKP unterstützt die Polizei bei ihren kriminalpräventiven Aufgaben und trägt dazu bei, Kriminalität zu verhindern. Finanziert wird sie von allen Kantonen, dem Bund und dem Fürstentum Lichtenstein. Die Fachstelle hat ihren Sitz im Haus der Kantone in Bern.

Gemeinsam stark

Die Schweizerische Kriminalprävention hat vier Mitarbeitende, die Erfahrungen und Wissen aus unterschiedlichen Bereichen mitbringen. Die Geschäftsleiterin Chantal Billaud arbeitet seit über zehn Jahren für die SKP. Sie hat Psychologie und Kriminologie studiert und verfügt über ein grosses Wissen und ein breites Netzwerk im Bereich Kriminalprävention. Ihr Stellvertreter, Fabian Ilg, ist Polizist und kennt verschiedene Ermittlungsbereiche durch seine langjährige Arbeit beim fedpol. Er ist spezialisiert auf die Themen Pädokriminalität und Cybercrime. Für die Social-Media-Kanäle und die Website ist Beatrice Kübli zuständig. Sie hat langjährige Erfahrung im Bereich Kommunikation und Journalismus. Die Buchhaltung und die Administration liegen in den Händen von Nicole Kumli Ryter, die über eine kaufmännisch-administrative Ausbildung, eine Weiterbildung in Marketing und Erfahrung in verschiedenen Branchen verfügt. Aber auch wenn das Team viele verschiedene Kenntnisse vereint, richtig stark wird es erst in der Zusammenarbeit mit den Präventionsverantwortlichen der kantonalen und städtischen Polizeikorps. Die SKP koordiniert Projekte und Kampagnen, stärkt die interkantonale Polizeizusammenarbeit und fördert den gegenseitigen Austausch zwischen Bund, kantonalen Akteuren und NGOs. Einmal pro Jahr organisiert die SKP zudem eine «Infotagung» für Präventionsexpertinnen und -experten der Polizei. Nebst einem informativen Teil mit Vorträgen bietet dieser Anlass auch immer wieder die Möglichkeit zum Networking und zu geselligem Beisammensein. Der nächste Infotag findet im November 2021 statt.

Mit Wissen vorbeugen

Wer weiss, wie eine kriminelle Masche funktioniert, fällt weniger darauf rein. Eine wichtige Aufgabe der Schweizerischen Kriminalprävention ist die Aufklärung der Bevölkerung über kriminelle Phänomene und Präventionsmöglichkeiten. Zurzeit läuft die zweijährige nationale Kampagne zur Prävention von Cyberbetrug «Und Sie? Hätten Sie ja gesagt?» an deren Entstehung und Verbreitung auch die Kantonspolizei Wallis beteiligt ist. Mit Videoclips wird die Bevölkerung für das Vorgehen der Betrüger und für ihr eigenes Verhalten on- und offline sensibilisiert. Anfang September erschien ein Beitrag zu betrügerischen Supportanrufen. Der kurze Videoclip erzählt die missliche Geschichte von Simon, der einem vermeintlichen IT-Supporter die Kontrolle über seinen Computer überlassen hat und so sein ganzes Geld verliert. Das Video endet mit Handlungsanleitungen, wie ein solcher Vorfall vermieden werden kann und was zu tun ist, wenn es bereits zu spät ist. Nebst Videos publiziert die SKP Broschüren, Faltblätter und Audioformate und führt einen Blog. Im Magazin «SKP-Info» stellt sie überdies Hintergrundinformationen zu Aktivitäten der SKP und zu relevanten Themen im Bereich Kriminalprävention bereit. Die SKP empfiehlt Präventionsmassnahmen für ein breites Spektrum an Delikten: Diebstahl, Gewalt, sexuelle Übergriffe, Betrug, Einbruch und alle Variationen von Cybercrime, von Romance Scam über Cybermobbing bis Hacking. Als interkantonale Organisation veröffentlich die SKP ihre Produkte konsequent dreisprachig. Alle Informationen finden sich auf der Website. Die SKP ist per Mail und Telefon für die Bürgerinnen und Bürger da und auch auf Facebook und Twitter präsent (siehe Infokasten). Ein Instagram- und ein LinkedIn-Kanal sind in Vorbereitung.

Zivilcourage und Hilfsangebote

Prävention ist gut, aber manchmal hilft Wissen allein nicht weiter. In gewissen Situationen, beispielsweise bei häuslicher Gewalt, brauchen die Opfer Hilfe aus ihrem Umfeld. Im SKP-Projekt «Zivilcourage, aber wie?» informiert die Polizei, wie Bürgerinnen und Bürger in bestimmten Situationen Zivilcourage zeigen können (siehe https://zivilcourage-kompass.ch/). Denn, so steht es auf der Projektwebsite, «die Polizei kann nämlich nicht immer und überall (als erste) sein und muss erst von einer Straftat erfahren, um dagegen vorzugehen» In kurzen Videoclips erklären Polizistinnen und Polizisten, was in welchen Situationen zu tun ist. «Zeigen Sie Zivilcourage und informieren Sie die Polizei, wenn Ihnen eine Situation komisch vorkommt», empfiehlt Mathias Volken von der Walliser Polizei im Zusammenhang mit Betrugsdelikten an der Haustür. «Denn sonst geht die Person einfach weiter zur nächsten Haustür und versucht da ihr Glück.» Die Sprecherinnen und Sprecher vermitteln so Sicherheit und Vertrauen in die Polizei.

Oft sind die Bürgerinnen und Bürger unsicher, an welche Stelle sie sich mit ihrem Anliegen wenden sollen. Sie wissen nicht, ob das, was ihnen passiert ist, strafrechtlich relevant ist, oder wo sie sonst Hilfe erhalten. Die SKP ist eine erste Anlaufstelle, die Handlungsempfehlung abgibt und an die richtigen Stellen weiterverweist. Sie deckt damit die drei Präventionssäulen «Koordination», «Beratung und Triage» und «Wissensvermittlung» ab und engagiert sich in einem breiten Themenspektrum. Obwohl die SKP eine kleine Fachstelle ist, hat sie sich als Kompetenzzentrum der Kriminalprävention etabliert. Haben Sie Fragen zur SKP oder zur Präventionsarbeit? Möchten Sie sich gerne mit anderen im Bereich Kriminalprävention vernetzen, oder suchen Sie Präventionsknowhow zu einem bestimmten Delikt?

Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme.

Bleiben Sie in Kontakt mit der SKP:

Website: www.skppsc.ch
Facebook: https://www.facebook.com/SchweizerischeKriminalpraevention/
Twitter: https://twitter.com/SKPPSC
E-Mail: info@skppsc.ch
Tel. 031 511 00 09

Titelfoto : © Remo Eisner

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