Am 10. Januar 2000 begann Régine Bourgeois geb. Bruchez die Aspirantenschule bei der Kantonspolizei. Wir lernten sie als dynamische, stets lächelnde Person kennen, deren künstlerische Ader sich bereits damals abgezeichnet hatte. Zirka 20 Jahre später blicken wir mit ihr zusammen zurück.

Régine Bourgeois

Wie gestaltete sich deine Laufbahn bei der Polizei?

Oh la la! Das liegt nun doch schon einige Jahre zurück. Die Ausbildung absolvierte ich im Jahr 2000. Ich hatte anschliessend die Möglichkeit, in verschiedenen Abteilungen des Polizeikorps arbeiten zu dürfen.

Die Tätigkeit auf der Basis in Monthey hat mir dabei sehr gefallen und ich durfte mit tollen Kollegen zusammenarbeiten.  Auch von der Zeit bei der Mobilen Einheit in Charrat habe ich schöne Erinnerungen. Bei der Kriminalpolizei in Sitten musste ich mich zunächst in meiner neuen Funktion noch finden. Aber auch hier bildeten wir ein gutes Team.

Welche Bilder bleiben dir von dieser Zeit in Erinnerung?

Aus der Aspirantenschule? Ein anspruchsvolles Jahr voller Entdeckungen und Herausforderungen, welches ich mit einem unglaublichen Team erleben durfte. Ich freue mich jedes Jahr auf das Klassentreffen und auf die Ausflüge.

Nach der Aspirantenschule? Obschon ich immer in tollen Teams arbeiten durfte, war für mich bald einmal klar, dass ich bei der Polizei «nicht am richtigen Ort» bin.  Der Polizeiberuf ist wirklich eine Berufung! Und bei mir war dies nicht der Fall.  Das ist mir erst später bewusstgeworden.

Dein schönster Moment als Polizistin?

Bei Brandermittlungen hatte ich die Möglichkeit, mit einem Helikopter hoch auf eine Alphütte zu fliegen. Der Flug war ein unvergesslich.

Dein schlimmstes Erlebnis?

Mein erster Pikettdienst! Ich hatte damals die ganze Nacht nicht geschlafen, trug die gesamte Zeit meine Uniform und mein Herz pochte ununterbrochen. Offen gestanden… ich habe dies wirklich gehasst.

Auch die Leichenbergungen haben mich emotional stark berührt. Insbesondere, wenn Kinder beteiligt waren. Solche Interventionen hinterlassen Spuren.

Was möchtest du als ehemalige Polizistin unseren jungen Kolleginnen mit auf den Weg geben?

Eine heikle Frage. Meine Botschaft: Versteckt euch nicht. Die Polizei braucht euch und eure Sensibilität. Und vergesst nie: Eine Beleidigung richtet sich an die Uniform und nicht an die Person, welche die Uniform trägt.

Und nach der Kantonspolizei?

Ich packte erneut meine Schultasche und liess mich in Lausanne zur Grafikdesignerin ausbilden. In diesem Metier fühlte ich mich sehr geborgen. Nach meiner Ausbildung arbeitete bei zwei Grafikdesign-Agenturen im Wallis.

Nach der Geburt meiner ersten Tochter, machte ich mich selbstständig, und arbeitete vor allem von zu Hause aus. Mutter und Unternehmerin unter einen Hut zu bringen war sehr anspruchsvoll.

Im Jahr 2006 wurde bei mir der Typ-1-Diabetes festgestellt. Eine Krankheit, welche mein Leben verändern sollte.

2012 kam mein zweites Kind zur Welt. Und dann das Jahr 2014. Damals wurde bei mir ein kleiner, nicht bösartiger Hirntumor in der Grösse eines Golfballes diagnostiziert. Das brachte all meine Pläne völlig durcheinander. Ich lenkte viel Energie in die Behandlung, sodass ich mich recht schnell wieder erholen konnte.

Während all diesen Jahren habe ich in meiner Freizeit immer wieder Lätzchen, Kuscheltiere, Lampen oder Kissen für Kinder hergestellt. Ich habe dann meine Produktion kontinuierlich vergrössert und damit begonnen, diese Produkte zu verkaufen.

Anfangs 2019 habe ich eine alte Leidenschaft aus meiner Kindheit erneut entdeckt: das Zeichnen. Ich gestallte Geschenkkarten, Poster und Gemälde. Meine Sujets tragen dabei immer positive Botschaften. Inzwischen hat das Zeichnen das Design von Grafiken und das Herstellen von Kinderprodukten quasi verdrängt.

Wie gestaltest du deine Freizeit?

Ich konnte mein Hobby wirklich zum Beruf machen. Ich male, schneide aus, klebe ein, fotografiere, mache Linolschnitte, Stempelbilder und gehe in der Natur spazieren. Ich mag Blätter, Blumen und liebe es die Natur und viele andere Dinge zu beobachten. Ich habe das Glück, das tun zu dürfen, was mir gefällt. Dafür bin ich dankbar.

Vielen Dank Régine für dieses Gespräch. Wir wünschen dir alles Gute!

Für Interessierte:

Mail: oreginal@netplis.ch

Instagram: regine_dessine

Facebook: Konto regine.bourgeois

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