Vorwort

Kantonspolizei Wallis – Kommunikation und Prävention – Chefredaktor

Querdenken/Querdenker

Wikipedia erklärt folgendes zu Querdenken: Laterales Denken (von lateinisch latus „Seite“), auch Querdenken genannt, ist eine Denkmethode, die im Rahmen der Anwendung von Kreativitätstechniken zur Lösung von Problemen oder Ideenfindung eingesetzt werden kann.

Seit Corona tritt der Begriff «Querdenker» immer wieder in Erscheinung. Aber was sind das für Personen die sich Querdenker nennen oder als Querdenker immer wieder in den Medien ihren Auftritt haben? Sind es hyperintelligente Menschen, Weltverbesserer, Überbleibsel aus der Peace und Love Zeit, Leute die grundsätzlich gegen die Regierung sind; oder selbsternannte Heiler die Covid 19 wie eine normale Grippe betrachten? In den verschiedenen Suchmaschinen im Internet wird man mit einer vagen Erklärung abgespeist. Querdenker sei jemand der originell denkt, eigenständig ist und von der Allgemeinheit oft nicht akzeptiert und verstanden wird.

Eine Studie der Universität Basel beschreibt die Querdenker als mehrheitlich gebildete Mittelschichtsangehörige. Ihr Durchschnittsalter beträgt 47 Jahre. Jetzt stellt sich hier die Frage, wer ist die Mittelschicht? Zur Mittelschicht in der Schweiz zählen zwei Drittel der Bevölkerung. Bei Umfragen fühlen sich fast alle subjektiv als Mittelstand.

Querdenker sind in Deutschland aktiv und zählen bereits an die 70 Gruppen. Es ist nicht bekannt, dass in der Schweiz aktuell eine Gruppe besteht. Jetzt stellt sich die Frage, ob sich die Corona-Kritiker/innen sich den Querdenker anschliessen.

In jeder Familie, im Freundeskreis, im beruflichen Umfeld beherrscht seit langem das Thema Corona die Diskussionen. Dabei wird meistens über Sinn und Unsinn der erlassenen Massnahmen diskutiert. Jede/r ist bald einmal Epidemiologe oder Krisenmanager und hat Lösungsvorschläge zur Eindämmung der Epidemie bereit.  Wie bei einer Diskussion üblich, gehen Meinungen und Haltungen auseinander und es kann zu heftigen Debatten kommen. Selbst wenn wir uns Mühe geben, ist es fast unmöglich dieses Thema in unserem Alltag zu vermeiden. Spürbar ist diese Pandemie auch in unseren Beziehungen und hinterlässt ihre Spuren.

Wenn Gegner*innen von Corona-Massnahmen ihre Anliegen an Demonstrationen kundtun, so ist daran meist nur problematisch, dass sie die behördlichen Auflagen ignorieren und damit sich selbst und andere gefährden.

Aufhorchen lässt hingegen, dass Medien von einer zunehmenden Gewaltbereitschaft der Teilnehmenden berichten. An einer Demonstration in Olten schlug ein Massnahmenkritiker einem Gegendemonstranten eine Gasflasche an den Hinterkopf und verletzte diesen. In Gossau wurde die Zürcher Regierungsrätin Nathalie Rickli bei der Einweihung eines Impfzentrums von einem Demonstranten mit Apfelschorle übergossen.

Hoffen wir, dass die Pandemie bald einmal Geschichte ist und wir allmählich zu unserem Alltag zurückkehren. Bleibt gesund und respektiert den Mitmenschen und seine Meinungen.

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