Vorwort

Kantonspolizei Wallis – Kommunikation und Prävention – Chefredaktor

Pensionierung: Den neuen Alltag finden

Spätestens wenn man sich auf den Ruhestand vorbereitet, wird den meisten Menschen bewusst, dass das Leben endlich ist. Ein guter Zeitpunkt, Bilanz zu ziehen, die eigene Rolle zu hinterfragen und die nächsten Jahre vorzubereiten. Denn diese Lebensphase hat ihren eigenen, neuen Sinn und bietet viele Chancen.

Der letzte Arbeitstag ist für mich wie für die meisten Menschen mit gemischten Gefühlen verbunden.  Was während mehr als 40 Jahren einen grossen Teil meines Lebens ausgemacht hat, ist plötzlich vorbei. Wie für viele, war auch für mich mein Beruf als Polizist der Lebensinhalt schlechthin. Arbeit strukturierte den Tag. Wir fühlen uns wertvoll, sind mit anderen Menschen zusammen und bleiben geistig flexibel. Das Ende des Berufslebens gilt daher unter Psychologen als ein kritisches Lebensereignis. Nicht wenige fallen erst einmal in ein tiefes Loch.

Eine gute Vorbereitung auf diese Lebensphase erleichtert den Übergang. Gemäss verschiedenen Studien fällt es Männer schwerer als Frauen sich aus dem Berufsleben zu verabschieden.

Mit dem Alltag nach dem Berufsleben sollte man sich rechtzeitig beschäftigen, am besten schon einige Jahre vorher. Es reicht aber nicht aus, eine To-Do-Liste zu erstellen, um die Dinge zu erledigen die man schon während längerer Zeit auf die lange Bank schob. Hobbys sind in diesem neuen Lebensabschnitt wichtig und nehmen einen grossen Teil unserer zur Verfügung stehenden Zeit ein, sind aber letztendlich nicht entscheidend. Es ist wichtig, die Beschäftigungen auf den neuen Tagesablauf und die persönlichen Fähigkeiten abzustimmen, Gleichgesinnte zu treffen. Es geht darum, loszulassen und einen langsameren Lebensrhythmus zu finden. Auch die Rückschau auf das eigene Leben gehört dazu. Was war mir wichtig, was habe ich erreicht, welche Dinge bedauere ich? Diese Überlegungen sind Teil eines Abschiedsprozesses. Nur wenn ich Abschied nehmen kann, mache ich mich frei für etwas Neues.

Trotz aller anfänglichen Sorgen: Im Grossen und Ganzen erleben die meisten Polizistinnen und Polizisten den Ruhestand als positiv. In den ersten paar Wochen oder Monaten erlebt man eine Art Feriengefühl das nicht enden will. Dann fällt die Stimmung, gemäss Aussagen pensionierter Kollegen für einige Zeit in den Keller, bis sich wieder ein neues Gleichgewicht eingestellt hat. Soweit die Theorie.

Ich freue mich jedenfalls auf die kommende, sichere spannende Zeit, wünsche allen gute Gesundheit und hoffe, dass wir uns irgendwann irgendwo treffen.

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